"Herrlich rauschten die Wälder, wenn der Wind durch das Laub der Bäume streifte. Still, silbrig glänzend, boten sich die kleinen Seen dem Betrachter, der sich sichtlich erfreut zeigte, wenn ab und zu ein Fisch nach einer Fliege schnappte, eine Schlange sich im Wasser windend fortbewegte oder die Frösche zwischen den Seerosen lauthals quakten. Unvergesslich prägt sich das Schilfgras ein, mit den Rohrkolben, die die kleinen Moore begrenzen, und das Moos, welches wie ein grüner Teppich die absterbenden Bäume damit zudeckt.
All das, und saftiges Grün auf den Wiesen, wogende Kornfelder und blühende Obstbäume in den Gärten; all das war Sonnenburg."


                                                                                                                                                                                                                                Auszug aus der Dorfchronik

Der Ort

Vor den Toren Berlins gelegen, liegt die Sonnenburg am Übergang vom Oderbruch zur Barnimhochfläche inmitten einer abwechslungsreichen Landschaft, die geprägt ist durch Wälder, Seen und kleinteiliger Landwirtschaft.

Sonnenburg ist ein Ortsteil der Kurstadt Bad Freienwalde. Mit seinen ca. 100 Einwohnern, der abgeschiedenen Lage und den weitläufigen Waldgebieten, die den Ortstteil von der Kurstadt trennt, wirkt es jedoch wie ein kleines, verträumtes Dorf inmitten brandenburgischer Idylle.

Namensgebend für die Sonnenburg ist das dortige ehemalige Rittergut, bestehend aus Repräsentations- und Funktionsgebäuden, die den weitläufigen Gutshof an drei Seiten begrenzen. Das Gut Sonnenburg war jahrhundertelang in unterschiedlichem Besitz und Benutzung, bis es mit Beginn der 1990er Jahren allmählichem Verfall ausgesetzt war. Die denkmalgeschützten Gebäude (Herrenhaus, Mühle/Speicher, Stallungen, Puppenhäuschen, Verwalterhaus) und das Parkgelände sollen nun wieder stückweise re-kultiviert und instand gesetzt werden.

Das Herrenhaus

 

Das Herrenhaus – gelegen auf einer kleinen Anhöhe – wurde 1812 erbaut, 1852 grundlegend erneuert und mit einem markanten Uhrenturm versehen. Der Mittelteil ist zweistöckig. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Säle, die für kulturelle Veranstaltungen und Festlichkeiten genutzt werden sollen. An beiden Seiten sind einstöckige Anbauten zu sehen. Eine Freitreppe führt zu dem vorderen Saal. Eine große Terrasse liegt vor dem hinteren Saal und gibt den Blick auf den Park frei. Im Herrenhaus, das zur Zeit vom Privateigentümer saniert wird, entsteht mit 3-4 Familienwohnungen eine Hausgemeinschaft mit Cafe und Veranstaltungsraum. Ein erster Treffpunkt.

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Verwalterhaus

Neben dem Herrenhaus befindet sich rechter Hand das Verwalter- bzw. Inspektorenhaus, das die Dienstwohnungen des Personals beherbergte. Der Klinkerbau hebte sich damals von der für die Sonnenburg typischen Bauweise ab. Der Verfallszustand des Verwalterhäuschens ist gegenwärtig sehr stark fortgeschritten. 

Es wird bestimmt eine spannende Herausforderung an den Architekten darstellen, hier Altes mit Neuem zu verbinden: verschiedene Architektursprachen, die aufeinander treffen.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des ehemaligen Stallgebäudes soll ein Wohnhaus entstehen. Es wäre wünschenswert wenn die Bauherrenschaft eine Genossenschaft mit einem Mehrgenerationskonzept übernehmen würde.

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Stallgebäude

 

Die langgestreckten Stallgebäude, in denen in der Vergangenheit separat Schweine, Rinder sowie Pferde untergebracht waren, flankieren den ehemaligen Gutshof im Norden und im Süden. In den 1930er Jahren wurden sie nach damals geltenden Standards der modernen Landwirtschaft ausgestattet.

Heute sind sie größtenteils ungenutzt; Teile werden jedoch als Garage für Landwirtschaftsgerät verwendet, was auf den relativ guten Zustand der Gebäude verweist. In Zukunft sollen die Stallgebäude zu Wohnungen und Atelierräumen umgebaut werden.

 

 

 

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Puppenhäuschen
 

Am Rande des ehemaligen Schlossparkes, der sich hinter dem Herrenhaus erstreckt, liegt etwas versteckt ein im Ostgermanischen Landhausstil erbautes Holzhäuschen. Die Legende sagt, dass der damalige sowjetische Außenminister Molotow seinem deutschen Widerpart Joachim von Ribbentrop das Häuschen als Geschenk zum Abschluss des sogenannten Hitler-Stalin Pakt im Jahre 1939 machte.

Uns gefällt die Version, dass von Ribbentrop das Häuschen für seine Kinder bauen ließ, besser. Als Kinderspielhaus für unsere und die Kinder der Gäste mit angebautem Streichelzoo passt es gut in unser Gesamtkonzept. Da es bis in die Gegenwart hinein bewohnt war, ist der Rekonstruktionsaufwand gering.

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Mühle und Speicher

 

Das Speichergebäude, das auch eine Mühle beherbergte, begrenzt das Hofgelände an seiner südwestlichen Ecke. Mühlenstein und Gespanne legen noch heute Zeugnis von der ehemaligen Nutzung ab. Der gegenwärtige Zustand des Gebäudes ist kritisch. Weite Teile des Daches sind eingestürzt. Ob eine Sanierung wirtschaftlich umsetzbar ist, scheint fraglich, aber verschiedene Nutzungen wären denkbar.

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die sonnenburg

Sonnenburg 6

16259 Bad Freienwalde

die.sonnenburg@gmail.com

Tel.+49 (03344) 301 43 18

Kontodaten des gemeinnützigen Fördervereins:
GLS Bank
IBAN: DE54 4306 0967 1186 2693 00
BIC: GENODEM1GLS

Landschaft um Sonnenburg

Das Naturschutzgebiet der Hutelandschaft Altranft-Sonnenburg erstreckt sich östlich der Sonnenburg.